Wie viele Mägen haben Ziegen?

Wer kennt es nicht? Man ist satt und es passt einfach kein weiterer Happen mehr hinein. Ausnahme stellt nur das Dessert dar. Das findet seinen Platz im immer bereiten Dessertmagen.

Während wir Menschen einen einhöhligen Magen zur Vorverdauung der Nahrung besitzen und der fiktive Dessertmagen lediglich eine Entschuldigung für den süßen Nachtisch ist, gibt es im Tierreich die sogenannten kleinen Wiederkäuer mit mehrhöhligem Magensystem, zu denen sowohl Ziegen als auch Schafe gehören.




(Kleine) Wiederkäuer (Ruminantia) unterscheiden sich neben der Anzahl ihrer Mägen auch durch weitere Merkmale von Lebewesen mit einhöhligen Mägen. Das Offensichtlichste, welches der Unterordnung der Paarhufer (Artiodactyla) ihren einzigartigen Namen verleiht, ist das wiederholte Kauen, die Rumination, also das Wiederkauen von Nahrung.

Bevor wir jedoch klären, wie viele Mägen Ziegen und andere Wiederkäuer besitzen, klären wir zunächst, warum wiederkauende Lebewesen mehrere Mägen besitzen und warum das nicht nur eine Laune der Natur ist, sondern lebensnotwendig.

Was bedeutet Wiederkauen?

Stallbesucher beobachten quasi garantiert, wie Ziegen, faul auf der Haut liegend, vor sich hinkauen. Das liegt nicht am Kaugummi zähen Futter, sondern an der Art der Verdauung von Ziegen und Wiederkäuern mit mehreren Mägen im Allgemeinen. Die Tiere nehmen Futter auf, und zerkauen es zunächst sehr grob. Dabei entstehen Futterportionen, die kurzzeitig im ersten Vormagen zwischenlagern.

Mit viel Ruhe und einer ausdauernden Kiefermuskulatur würgen Ziegen zunächst solche Futterportionen erneut wieder in den Rachenraum und beginnen einen wiederholten Kauvorgang, bis ein Nahrungsbrei entsteht, der im zweiten Magen weiter verdaut werden kann.

Wiederkäuer sind Pflanzenfresser

Wiederkäuer sind Herbivoren, sie fressen ausschließlich pflanzliche Nahrung. Und damit näheren wir uns langsam dem Grund, warum ruminierende, herbivore Lebewesen mehr als einen Magen benötigen.

Am einfachsten lässt sich die Verdauung mit mehreren Mägen im Vergleich mit der Ernährung von Menschen erklären. Äquivalent zur reinen pflanzlichen Ernährung ist die Ernährung durch Salate. Diese liefern im Vergleich zur Ernährung durch Fleisch weniger Energie, da Salate aus einem Großteil Wasser bestehen. Die Energiedichte ist damit geringer. Um nun den Organismus ausreichend mit Energie zu versorgen, muss entweder eine größere Menge dieser energiearmen Lebensmittel, im Fall von Ziegen sind das Gräser und Blattwerk von Büschen und niedrigen Bäumen, aufgenommen oder effizienter verdaut werden.

Ziegen verdauen auch Ballaststoffe

Zwar sind Ballaststoffe für die menschliche Verdauung gesund, jedoch besitzen Wiederkäuer hier einen einzigartigen Vorteil. Sie spalten in ihrer Verdauung die zellulosen Pflanzenstoffe und gewinnen daraus weitere wertvolle Energie. Menschen hingegen können keine Energie aus diesen für sie weitgehend unverdaulichen Kohlenhydraten gewinnen.

Wie man im vorherigen Absatz lesen konnte, ist diese effiziente Verdauung aufgrund der geringen Energiedichte von Gräsern nötig. Es handelt sich dabei um keinen Luxus, sondern um ein Merkmal, welches überlebenswichtig für den Organismus der Wiederkäuer und ihren zahlreichen Mägen ist.

Wie viele Mägen besitzen nun Ziegen?

Nun bleibt noch zu klären, welche Anzahl an Mägen das System von Wiederkäuern umfasst. Ziegen und Artegenossen besitzen insgesamt vier Mägen; Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Und jeder einzelne ist mit seiner einzigartigen Aufgabe nötig, damit Wiederkäuer nicht verhungern.

Zukünftig planen wir an dieser Stelle, nähere Einblicke zu den einzelnen Mägen von Ziegen zu liefern. Nochmals vorbeizuschauen lohnt sich also.
• Teil 1 – Der Pansen
• Teil 2 – Der Netzmagen
• Teil 3 – Der Blättermagen
• Teil 4 – Der Labmagen

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