Bio-Einkauf in der Küche

Studie: Eine biologische Ernährung verringert das Krebsrisiko

Der weltweite Absatzmarkt von Lebensmitteln aus ökologischer Landwirtschaft wächst stetig. Zuletzt kündigte der deutsche Discount-Riese Lidl an, sein breites Sortiment schrittweise auf Bioland-Produkte umzustellen. Weshalb Bio an Bedeutung gewinnt, vermutet man, liege an naturbedingten und gesundheitlichen Gründen der Konsumenten. Bei ökologisch erzeugten und gewirtschafteten Produkten findet eine starke Regulierung von chemisch-synthetischen Düngern, Pestiziden, genetisch veränderte Organismen und der Medikation von Tieren statt.




Anders als bei ökologischen Lebensmitteln – hierfür wird auch biologisch synonymisch verwendet – wird in der konventionellen Landwirtschaft keine Strenge Restriktion an Düngemitteln, Pestiziden, Gentechnik und Medikation angewandt.

Neben anderen Umwelteinflüssen stehen dabei verschiedene Pestizide im Verdacht, Krebs zu verursachen. Dieser Sachverhalt wurde nun über einen Zeitraum von 7 ½ Jahren an mehr als 68.000 Studienteilnehmern in Frankreich untersucht.

Schätzungsweise 14 Millionen neue Krebserkrankungen wurden Im Jahr 2012 diagnostiziert. Damit bleibt die Erkrankung an Krebs die häufigste Todesursache in Frankreich.

Bereits zuvor wurde bei amerikanischen Probanden durch Konsum von biologischen Lebensmitteln geringere urinale Rückstände von Pestiziden im Vergleich zu einer Ernährung durch konventionelle Lebensmittel festgestellt. Jene Studie wurde in weiteren Untersuchungen in Australien und Neuseeland bekräftigt.

Durch ihre geringere Belastung durch Pestizide, wird angenommen, dass ökologisch angebaute Lebensmittel die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, verringert. Darüber hinaus entstehen durch natürliche Düngemittel wie Mist, Jauche, Kompost weniger toxische Effekt als mit künstlichen Düngemitteln.

Obwohl dieses Thema mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Studien unter Leitung von Julia Baudry und ihrem Forscherteam die erste Studie, welche den expliziten Zusammenhang zwischen dem Konsum von biologischen Lebensmitteln mit dem Risiko an Krebs zu erkranken in Verbindung setzt. Sie wurde am 22. Oktober 2018 im englischen Peer-Review-Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlicht.

Durchführung der Studie

In der französischen Studie wurden erwachsene Freiwillige auf den Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und biologischer Ernährung untersucht. Dafür wurden die gesammelten Werte und Daten der Probanden für Vergleichszwecke zu einem Vergleichsscore umgewandelt und im Zeitraum zwischen 10. Mai 2009 und 30. November 2016 beobachtet und verglichen. In dieser Zeit wurden die Teilnehmer durch web-basierte Fragebögen befragt. Diese wurden anhand ihrer Soziodemographie (gesellschaftliche und soziale Merkmale), Lebensstil, Gesundheitszustand, körperlichen Aktivitäten, Anthropometrie (physische Merkmale und Beschaffenheit des menschlichen Körpers) und Ernährung ausgewertet.

Nach zwei Monaten fand erstmalig eine Befragung nach Ernährungsgewohnheiten zu 16 biologischen Lebensmitteln statt, welche mit Punkten bewertet wurden. Neben der Ernährung spielten auch weitere Daten eine Rolle wie Alter, Einkommen etc. Anschließend füllten die Studienteilnehmer einen jährlichen Fragebogen aus. Am Ende konnten so 68.946 verwendbare Datensätze zu Personen erfasst werden.



Die Ergebnisse der Studie:

78 Prozent der Teilnehmer waren weiblich. Das Durchschnittsalter lag bei 44 Jahren. Höhere biologische Food Scores wurden überwiegend mit Frauen mit hohem monatlichen Einkommen, einem Hochschuldbildungsabschluss, regelmäßigem Sport und ehemaligen Raucherverhalten in Verbindung gebracht. Zudem spielten bei den Probanden eine ausgewogene Ernährung und höherem Konsum von Früchten, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und geringerem Konsum von verarbeitetem Fleisch, Geflügel und Milch eine Rolle.

Es konnten 1340 Fälle von Krebs nachgewiesen werden:

  • 34,3% – 459 Fälle von Brustkrebs
  • 13,4% – 180 Fälle von Prostatakrebs
  • 10,1% – 125 Fälle von Hautkrebs
  • 7,4% – 99 Fälle von Darmkrebs
  • 3,5% – 47 Fälle von Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)
  • 1,1% – 15 Fälle von Blutkrebs

Das Fazit der Studie

In der Studie wurde beobachtet, dass eine Ernährung mit biologischen Lebensmitteln mit dem Risiko korreliert, die Ausbildung von NHL und postmenopausalen Brustkrebs sowie Blutkrebs zu verringern. Über weitere Krebsarten kann nicht geurteilt werden. Hierfür müssen weitere Studien durchgeführt werden. Außer Frage stellt man jedoch, dass sich der regelmäßige Bio-Konsum und eine generelle gesunde Ernährung in Verbindung mit einer gesunden Lebensweise positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Die Ergebnisse der Studie beweisen noch keine Kausalität (bestätigte Ursache). Sie beschreiben eine Korrelation (möglichen Zusammenhang) zwischen einer biologischen Ernährung und einem geringerem Krebsrisiko. Folgende Faktoren müssen berücksichtigt werden: Die Teilnehmer waren überwiegend gebildete Frauen, welche einen bewussten Lebensstil innerhalb ihres höheren sozialen Umfeldes pflegten. Es handelt sich demnach nicht um einen Querschnitt der französischen Bevölkerung, der verallgemeinert werden kann. Daneben wurde darauf geachtet, detaillierte Daten zu sammeln, welche allerdings auf subjektiven Eindrücken der Probanden zurückgeht. Die Genauigkeit kann damit nicht immer garantiert werden. Weiterhin war die Nachuntersuchungszeit mit 2 Jahren verhältnismäßig kurz. Unter der Gesamtanzahl der Probanden können sich Fälle ereignet haben, die dazu führen, dass die Probanden früher aus dem Programm ausschieden. Darunter können sich Krebsfälle befunden haben.

Veröffentlichung der Studie: JAMA Internal Medicine

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