Anita mit Kitz auf dem Arm und Lidl-Schild

Kommentar von Anita zur Kooperation zwischen Bioland und Lidl

Die Zusammenarbeit zwischen Bioland und Lidl finde ich super! Hochwertige Premium-Bio-Produkte erhalten nun die Chance, Billig-Bio zu einem gewissen Teil zu verdrängen. Gerade Grundnahrungsmittel wie Eier, Mehl, Milch usw. werden dadurch hoffentlich immer mehr in Bio-Qualität verkauft. Das wäre eine zufriedenstellende Entwicklung.

Und wenn man bedenkt, welch großes Filialnetz hinter Lidl steckt, ist das auch gar nicht so unrealistisch. Besonders die Regionen werden davon profitieren. Und als Erzeuger ist man eh ganz besonders stolz drauf, wenn bspw. aus dem eigens angebauten Bio-Weizen richtiges Brot entsteht. Was man dann in den Händen hält, ist ein Grundnahrungsmittel mit hoher Qualität, welche einen kontrollierten Standard bei der Erzeugung erfüllt. Das wirkt sich durch den Mehraufwand allerdings auf den Preis aus.


Gute Produkte durch gute Qualität zu guten Preisen

Um gute Lebensmittel zu erhalten, benötigen auch die Tiere gute Lebensmittel. Das ist das Geheimnis dahinter. Als Erzeuger will ich schließlich auch einen guten Preis für meine produzierte Ware. Daher bin ich als Privatperson auch gewillt, einen entsprechenden Betrag zu zahlen, mit dem ich auch noch die nähere Region oder zumindest das Inland unterstütze.

Ich finde es verwerflich, wenn man als Erzeuger teure Bio-Lebensmittel verkauft, aber die billigen, konventionellen Massenwaren auf dem eigenen Tisch verzehrt. Dabei predige ich auch gar nicht, dass alles immer Bio sein muss. Bei uns sind wichtige Lebensmittel in Bio-Qualität; Butter, Gewürze, Marmeladen, Öle, Eier, Fleisch usw. Es kommt allerdings auch vor, dass konventionelle Produkte im Kühlschrank landen wie die Margarine, Senf oder Ketchup.

Ich bin zuversichtlich, dass die Konsumenten die Kooperation gutheißen werden. Ich schätze nämlich, dass Bioland vielen Leuten ein Begriff ist. Eine Kampagne um breitflächig Leute aufzuklären ist dennoch nötig. Man muss auch ehrlicherweise sagen, dass Bio-Produkte nicht gleich zu den Superfoods gehören. Ein Mythos, der noch immer vorherrscht. Es ist die nicht vorhandene Belastung durch Pestizide. Die Inhaltstoffe sind größtenteils gleich. Leider wurde viele Jahre mit Bio als Marke Schindluder getrieben, was Bioland sicherlich geraderücken muss. Und das kann nun breitflächig geschehen.

Den Bio-Fachhandel sehe ich durch den Schachzug von Lidl deshalb allerdings nicht in Gefahr. Obwohl sie ein breites Sortiment haben, gibt es dort nicht alle Produkte. Leinsamen werde ich nach wie vor von Alnatura kaufen. Ebenso Grieß und Haferflocken.

Bio ist eine Herzenssache

Dass dadurch vielen Bauern ein Anreiz geschaffen wird, von konventionell auf Bio umzusteigen, halte ich für unwahrscheinlich. Zumindest langfristig. Entweder man ist Bio oder nicht. Die eigene Grundeinstellung ist nämlich äußerst wichtig. Wir waren zum Beispiel schon immer Verbands-Bio, selbst als wir noch nicht offiziell für Bioland zertifiziert waren. Bio wird überall in Deutschland kontrolliert, allerdings je nach Verband nach verschiedenen Kriterien und Richtlinien. Diese müssen erfüllt werden, um zertifiziert zu werden. Demeter ist beispielsweise für seine Strenge bekannt. Was sich im ersten Moment negativ anhören mag, entpuppt sich als Vorteil für die Tiere, nicht jedoch automatisch für den eigenen Geldbeutel.

Wir gehören zu Bioland und sind sehr zufrieden damit. Wenn wir kompetente Ansprechpartner und Berater, egal zu welchem Bereich benötigen, stellt uns Bioland diese zur Verfügung. Egal zu welchem Thema: Imker, Grünland, Ackerbau, Hühner, Schweine, Ziegen etc. pp. Man wird wie eine große Familie behandelt, die vorzugsweise Angelegenheiten familienintern regelt.

Von konventionell zu Bio zu Bioland

Es ist bereits ein enormer Schritt auf Bio umzusteigen. Von Bio auf Bioland ist ein weiterer großer Schritt. Beide Schritte können deshalb nicht aus wirtschaftlicher Motivation heraus angetrieben werden, sondern einzig aus der eigenen Überzeugung. Man merkt beispielsweise hier in der Region durch die angebotenen Bio-Prämien, dass konventionelle Bauern auf Bio umsteigen möchten. Langfristig bezweifle ich allerdings, dass ein Großteil wirklich Bio bleibt. Es erfordert andere Denkansätze.

Mein Fazit ist, dass Bioland geplant handelt. Es gibt 3.200 Lidl-Filialen in Deutschland und mehr als 25.000 ökologisch wirtschaftende Landwirte (nicht nur Bioland). Ich vermute, dass das Sortiment zukünftig saisonaler wird. Manche Produkte gibt es dann eben nur zu bestimmten Zeiten.

Ich bin davon überzeugt, dass die Kooperation Bestand haben wird.

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